So geht Marketing-Automation: Wie Sie Automatisierung richtig einsetzen

von Robin Steinheimer

Marketing-Automation.

Die Wenigsten kennen den Begriff. In den seltensten Fällen sind automatisierte Marketingprozesse auf den ersten Blick auch als solche zu erkennen. Und doch kommen wir in einer Vielzahl von Situationen damit in Berührung.

Welche das sind, erfahren Sie hier. In erster Linie möchte ich Ihnen jedoch zeigen, wie Sie Ihr Marketing strategisch automatisieren und optimieren. Damit Sie Zeit sparen und beinahe „nebenbei“ Traffic, Leads und Kunden generieren.

Im Wesentlichen kommt es bei Marketing Automation auf drei Kernfaktoren an:

  1. Kampagnen-Management:
    Planung, Erstellung und Streuung von Content inklusive anschließender Erfolgskontrolle.
  2. Marketing-Datenbank:
    Listen-Management inklusive Segmentierung hinsichtlich der jeweiligen Phase der Entscheidungsfindung im Kaufprozess.
  3. Lead Management:
    Maßnahmen zur Interessentengewinnung oder Kundenbindung (Lead Nurturing), Analyse und Bewertung des Nutzerpotenzials (Lead Scoring) sowie Übergabe an Verantwortliche im Vertrieb (Lead Routing).

So weit, so gut. Doch wie sieht der Ablauf in der Praxis aus?

Marketing Automation in Aktion

Nehmen wir an, jemand sucht nach einem Content-Kalender für Social Media. Auf einem Blog findet der Nutzer einen fundierten Artikel zum Thema. Dort wird zudem das Template für einen Redaktionsplan als Download angeboten.

download automation

Mit Registrierung der E-Mail-Adresse bekommt der Besucher die gewünschte Vorlage in sein Postfach geliefert.

Nach drei Tagen erfolgt ein Follow-Up in Form einer weiteren E-Mail. Dieser Newsletter enthält Informationen zu einem Marketingkonzept für Social Media inklusive Link zur eigens kreierten Landing Page.

Nichts verpassen. Dran bleiben.

Dort lädt sich der Interessent die angebotene Schritt-für-Schritt-Anleitung herunter. Parallel sendet das System eine Nachricht an den Sales Manager.

Ohne Marketing Automation wäre der Aufwand beinahe utopisch. Mit Automatisierung können Sie in drei der vergangenen vier Absätze ein „automatisch“ einbauen. Lediglich den Content müssen Sie erstellen. Oder aber Sie lassen schreiben.

Was Sie bedenken sollten: Substanz und Relevanz sind entscheidend! Je hochwertiger die Informationen und individueller die Kommunikation, desto größer die Aussicht auf Erfolg.

Es gilt, die richtigen Inhalte für die richtigen Personen zu finden. Stichwort Zielgruppenorientierung.

Im Idealfall spürt jeder einzelne Interessent, wie gut Sie seine Wünsche und Bedürfnisse verstehen. Doch dazu müssen Sie analysieren und differenzieren.

Wo Automatisierung sinnvoll ist

Marketing Automation kommt allen voran im B2B-Sektor zum Einsatz. Grund dafür ist in erster Linie der vergleichsweise hohe Customer-Lifetime-Value – der Wert eines Nutzers über das gesamte „Kundenleben“.

Doch auch im B2C-Segment gewinnt Automatisierung zunehmend an Bedeutung. Insbesondere im Bereich E-Commerce kann ein kundenzentrischer Ansatz den Unterschied ausmachen.

Online Marketing ist ein unwahrscheinlich komplexes Thema. Mit Automatisierung können Sie die Dynamik diverser Prozesse optimal nutzen und Maßnahmen zielgerichtet optimieren.

E-Mail und Social Media gehören zu den wichtigsten Marketing-Disziplinen. Genau dort können Sie Automatisierung besonders effektiv und effizient einsetzen. In den folgenden Abschnitten möchte ich Ihnen zeigen wie:

Mehr erreichen-mit automatisiertem E-Mail-Marketing

Zwei wesentliche Komponenten von Marketing Automation haben Sie bereits im ersten Teil des Leitfadens kennengelernt: Listen- und Lead-Management. Im Bereich E-Mail-Marketing sind diese von entscheidender Bedeutung.

Lassen Sie uns bestimmte Aspekte einmal unter die Lupe nehmen:

Segmentierung

Abonnenten sind vermutlich aus unterschiedlichsten Gründen in Ihrem E-Mail-Verteiler gelandet. Im Idealfall kennen Sie diese. Oder aber Sie analysieren bestimmte Verhaltensmuster. Und klassifizieren entsprechend.

Sie wollen Interessenten hochwertige und vor allem relevante Inhalte präsentieren. Dazu sollten Sie individuell kommunizieren.

Nicht selten wird der Einfluss personalisierter E-Mails unterschätzt. Dabei ist die Transaktionsrate Studien zufolge sechsmal höher als bei generischer Kommunikation. Segmentierung macht’s möglich.

Interessante Zahlen kommen auch vom Marktführer im Bereich E-Mail-Marketing:

Gemäß einer Fallstudie von MailChimp resultieren segmentierte Kampagnen in einer 14 Prozent höheren Öffnungs- und 55 Prozent höheren Klickrate sowie 7 Prozent weniger Abbestellungen.

Segmentierung lohnt sich. Und die Möglichkeiten sind vielfältig. Hier einmal ausgewählte Kriterien im Überblick:

  • Standort
  • Alter
  • Geschlecht
  • Interessen (bestimmte Themengebiete oder Angebote)
  • Zugriffsquelle (von welcher Website der Traffic vor der Registrierung kam)
  • Nutzerverhalten (Öffnen von E-Mails oder Klicks innerhalb der Nachricht)

Analysieren und klassifizieren Sie Ihre Abonnenten. Und dann kommunizieren Sie zielgruppengerecht und zielgerichtet für Relevanz und Conversion nahe am Optimum.

Newsletter

Die wohl bekannteste Automatisierungs-Methode im Hinblick auf E-Mail-Marketing sind Newsletter. Und auch hier können Sie personalisieren.

Egal in welcher Branche Sie tätig sind, an einem Blog führt heutzutage kein Weg vorbei. Der Grund? Content Marketing.

Unterm Strich sind Nutzer im Internet auf der Suche nach zwei Dingen: Informationen und Unterhaltung. Ein Blog kann beides. Und sollte es sogar.

Im Idealfall richtet sich Ihre Newsletter-Strategie nach Ihrer Blog-Routine. Regelmäßigkeit und Häufigkeit sind dabei entscheidend.

Vermutlich wissen Sie, wann, womit und wie oft Sie Ihre Newsletter-Abonnenten auf dem Laufenden halten. Zumindest sollten Sie das. Doch auch hier gilt: Die Erwartungen sind verschieden.

Wahrscheinlich haben Sie selbst schon einmal einen Newsletter abbestellt. In der Regel kommt dann automatisch die Frage nach dem Warum. Die Gründe sind vielfältig:

  • Frequenz (zu viele E-Mails)
  • Relevanz (Content nicht (mehr) interessant genug)
  • Qualität (Inhalt oder Darstellung)
  • Motivation (Anmeldung erfolgte auf Grund eines bestimmten Angebots)
  • Alternativen (andere Plattformen oder Quellen bevorzugt)

Hand aufs Herz: Niemand verliert gerne Abonnenten. Aber nicht immer sind diese auch Interessenten. Trotzdem ist jedes Unsubscribe eine Möglichkeit! Vorausgesetzt Sie holen Feedback ein. Und reagieren entsprechend.

newsletter automation
newsletter-abmeldung.de ©

Auch bei Newslettern können Sie segmentieren. Vielleicht sollten Sie das sogar. Finden Sie heraus, an welchen Themen Ihre Abonnenten interessiert sind. Und wie die Erwartungshaltung in Bezug auf die Newsletter-Häufigkeit aussieht.

Mit Marketing Automation können optimal auf verschiedenste Erwartungen und Anforderungen reagieren.

Themenbezogene Artikelserien sind eine Option. Oder sie bieten unterschiedliche Erscheinungsfrequenzen. Je nachdem ob jemand wöchentlich oder einmal pro Monat von Ihnen hören möchte.

Woran Sie in jedem Fall denken sollten: Der Nutzer steht im Mittelpunkt der Kommunikation. Personalisieren Sie und seien Sie persönlich. Finden Sie heraus, was Ihre Abonnenten wollen. Und dann liefern Sie entsprechend.

Autoresponder

Auch diese Praxis kennen Sie vermutlich aus eigener Erfahrung.

Sagen wir, Sie registrieren sich für einen Newsletter. Oder Sie nutzen ein spezielles Download-Angebot für einen Ratgeber. Dann bekommen Sie in der Regel automatisch direkt eine entsprechende Nachricht.

Mit Marketing Automation können Sie das Prinzip wirkungsvoll auf ein neues Level heben. Stichwort: E-Mail-Sequenzen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Ein Beispiel:

Im Bereich Gesundheit und Fitness locken Anbieter interessierte Nutzer hin und wieder mit „Herausforderungen“. Gemeint sind personalisierte Workouts oder Trainingsprogramme, Meditationsroutine oder auch Ernährungspläne.

Ohne Automatisierung geht hier praktisch nichts.

Nach dem sogenannten Opt-in erhalten Abonnenten in festgelegten Abständen Informationen per E-Mail.

Das kann ein wöchentlicher Trainingsplan oder ein Video pro Tag sein. Auch motivierende Nachrichten oder Erinnerungen sind keine Seltenheit. Je nachdem, wie aktiv der jeweilige Nutzer wirklich ist.

Was das mit Marketing Automation zu tun hat? Eine Menge! Nicht nur den eigentlichen Versand eines fortlaufenden Programms können Sie automatisieren.

Über diverse Analysemöglichkeiten lassen sich basierend auf dem Nutzerverhalten auch Folgenachrichten versenden.

Auf meinem Blog könnte ich beispielsweise einen Kurs zum Thema Landing Pages anbieten. Und Ihnen das Thema in kurzen und knackigen Lektionen in einer wöchentlichen E-Mail näher bringen.

Bietet auch Ihre Branche Potenzial für E-Mail-Sequenzen? Ich lehne mich einmal bewusst weit aus dem Fenster und sage „Ja“! Ihr Fachwissen bedeutet Mehrwert – vielleicht sogar für mehr Menschen, als Sie denken.

Ideen für E-Mail-Kampagnen im E-Commerce

Schon vor einiger Zeit hat Marketing-Guru Seth Godin den Begriff Permission Marketing geprägt: Der Versand von Informationen und Werbung mit ausdrücklicher Erlaubnis des Kunden.

Insbesondere im Bereich E-Mail-Marketing ist dieser Ansatz von Bedeutung. Gängig ist dabei ein sogenannter Double-Opt-in. Jeder Abonnent muss seine Anmeldung in einem zweiten Schritt bestätigen.

In Deutschland ist dieser notwendige Schritt im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verankert. Senden Sie jemanden ohne Einwilligung Werbe-Mails, bewegen Sie sich rechtlich auf dünnem Eis. Und das wollen Sie vermeiden.

E-Mails und Newsletter stärken die Kundenbindung. Vorausgesetzt Sie bieten einen Mehrwert.

Mit einer durchdachten Content-Strategie und einem zuverlässigen E-Mail-System lässt sich die Kommunikation beinahe punktgenau bündeln. Hier einige ausgewählte Beispiele:

Willkommen

Jemand meldet sich für Ihren Newsletter an oder macht von einem Download-Angebot Gebrauch? Selbstverständlich ist das nicht. Und das sollten Ihre Besucher auch spüren.

Begrüßen Sie neue Abonnenten mit einer persönlichen und professionellen E-Mail. Stellen Sie sich kurz vor. Zeigen Sie, was Abonnenten bei Ihnen erwarten können. Auch Ihre Social-Media-Kanäle können Sie hier unterbringen.

Erzeugen Sie Wertschätzung – in beide Richtungen.

Erinnerungen

Die Gründe und Situationen für eine freundliche Erinnerungs-Mail sind vielfältig. Hier einige ausgewählte Beispiele:

  • Download: Jemand zeigte Interesse an Ihrem eBook, hat jedoch nie den Download-Link geklickt.
  • Warenkorb: Jemand war in Ihrem Online-Shop aktiv, hat jedoch ohne Check-out einen bestückten Warenkorb zurückgelassen.
  • Zahlung: Bei ausstehenden Überweisungen oder ausstehenden Rechnungen.

Auch inaktive Newsletter-Abonnenten oder ehemalige Kunden können Sie wirkungsvoll reaktivieren. Vorausgesetzt Sie treffen den richtigen Ton.

Dankeschön & Feedback

Als Inhaber eines Online-Shops ist die Konkurrenz vermutlich hoch. Im Idealfall spürt jeder einzelne Ihrer Kunden Ihre Dankbarkeit für sein Vertrauen. Eine personalisierte E-Mail macht das möglich.

Unter Umständen können Sie auch subtil nach einer Bewertung fragen: für das bestellte Produkt und eventuell für den Service. Sie lesen von einer negativen Erfahrung? Dann ist Ihre angemessene Reaktion gefragt.

Auch bei abgeschlossenen E-Mail-Sequenzen können Sie Anerkennung oder Dank in eine Nachricht packen. Über eine kurze Umfrage können Sie zudem die allgemeine Zufriedenheit ausloten. Und gezielt Verbesserungsvorschläge einholen.

Jubiläum & Bonus

Abonnenten oder Kunden halten Ihnen über einen längeren Zeitraum die Treue? Dann sind bestimmte Meilensteine auch eine E-Mail wert.

Schreiben Sie Ihren Kunden beispielsweise ein Jahr nach der Anmeldung oder nach einer bestimmten Anzahl von Käufen.

Im Idealfall verbinden Sie die Kommunikation mit einem Gutschein, Rabattcode oder einem besonderen Angebot. Das stärkt nicht nur die Kundenbindung, sondern ist zugleich Kaufanreiz. Selbst wenn jemand lange nicht bei Ihnen bestellt hat.

Transaktionsmails

Auch hier zeigen die Branchenriesen wie es geht. Halten auch Sie Ihre Kunden hinsichtlich Bestellstatus und Lieferung auf dem Laufenden.

Öffnungs- und Klick-Raten bei Bestellbestätigungen oder Versandbenachrichtigungen sind beeindruckend. Wollen Sie hier zudem Cross-Selling-Optionen einbauen, ist jedoch ein zusätzlicher Double-Opt-in erforderlich.

Produktempfehlungen im Newsletter

Auch in Ihrem Newsletter lassen sich personalisierte Produktempfehlungen integrieren. Als Grundlage hierfür könnten beispielsweise die Kaufhistorie oder Produkte im Warenkorb dienen.

Unsubscribe

Auch diese E-Mail sollten Sie nicht vernachlässigen. Bringen Sie Ihr Bedauern zum Ausdruck. Erinnern Sie prägnant an etwaige Vorteile für Ihren frischen Ex-Abonnenten.

Und bieten Sie direkt die Möglichkeit der Wiederanmeldung. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht übermäßig hoch ist.

Mit Segmentierung, Personalisierung und Automatisierung können Sie Ihr E-Mail-Marketing zielgenau optimieren. Denn wer verschenkt schon gerne Potenzial?

Mit Social Media Automation zu mehr Reichweite

Wissen Sie, wie viele Social Media Accounts der durchschnittliche Internetnutzer besitzt? Der letztjährigen Studie des Marktforschungsunternehmens GlobalWebIndex zufolge sind es sieben!

social-media automation
pixabay.com © Photo-Mix

Hand aufs Herz: auf wie vielen Plattformen sind Sie selbst aktiv? Schon bei drei verschiedenen werden Sie wissen, wie zeitintensiv soziale Netzwerke sein können.

Das Gute ist: Auch hier können Sie automatisieren. Und Ihre Social-Media-Strategie wirkungsvoll optimieren.

Was Sie jedoch bedenken sollten: Social Media lebt von Interaktion allen voran Ihrer eigenen. Es geht nicht darum, diverse Plattformen mit Links und Hashtags einzudecken. Sie wollen echte Kommunikation mit interessierten Nutzern.

Drei Dinge sind dabei entscheidend: Was, Wann und Wie. Auf diese Fragen möchte ich im Folgenden eingehen.

Wo Sie Content für automatisierte Posts finden

Der Einstieg fällt vermutlich leicht: Ein neuer Blogartikel ist in der Regel gleichbedeutend mit einem neuen Post auf Social Media. Mindestens!

Doch was kommt danach? Funkstille bis zum nächsten veröffentlichten Blogartikel? Besser nicht! Je länger Sie bereits bloggen, desto größer der Fundus an interessanten Artikeln.

Lösen Sie von den Kategorien „alte“ und „neue“ Blogartikel. Die Relevanz ist entscheidend. Und die ist nicht zwingend an das Erscheinungsdatum gebunden. Finden Sie die besten Artikel. Doch nicht immer sind das auch Ihre besten:

Social Signals

Ein erster Indikator sind Reaktionen innerhalb sozialer Netzwerke. Einige Ihrer Artikel wurden verhältnismäßig oft über Social Media geteilt? Dann posten Sie diese einfach erneut auf Ihren bevorzugten Plattformen!

Alles worauf Sie achten müssen ist Aktualität und Relevanz. Und die kann bei einem Artikel vom vorletzten Jahr durchaus höher sein, als bei einem vom letzten Monat.

Tools wie Buzzsumo helfen Ihnen bei der Analyse. Hier lassen sich Ihre Artikel mit den meisten Reaktionen für die jeweilige Social-Media-Plattform anzeigen.

Klicks

Ein weiteres Anzeichen für die Popularität Ihres Contents sind Klicks. Je mehr Besucher auf bestimmten Artikeln landen, desto interessanter und relevanter sind diese vermeintlich auch.

Über das Socia-Media-Tool Hootsuite lassen sich Ihre Blogartikel unter anderem nach der Anzahl der Klicks sortieren. Sind diese noch immer aktuell? Dann sind sie sehr wahrscheinlich auch noch immer relevant.

Conversion

Das vielleicht wichtigste Qualitätsmerkmal für Landing Pages ist die Konversion. Doch auch Ihre Blogartikel können bestimmte Reaktionen auslösen. Oder besser gesagt Aktionen.

Wissen Sie, wo auf Ihrer Seite Besucher zu Abonnenten werden? Google Analytics verrät es Ihnen. Über Zielvorhaben lässt sich eine entsprechende Liste erstellen und auswerten.

Aufwand

Sagen wir, Sie haben viel Zeit, Ressourcen und vielleicht Geld in Content investiert. Einen fundierten Ratgeber beispielsweise. Und trotzdem sind Social Signals, Klicks und Conversion eher mau.

Auch diese Inhalte können Sie erneut in Ihre Social Media Automation einbauen. Schon ein einzelner Hashtag oder ein anderer Zeitpunkt kann hier den Unterschied ausmachen.

Und damit sind wir auch schon beim nächsten Aspekt:

Welches der ideale Zeitpunkt für Social Media Posts ist

Zugegeben: Das Thema hat Potenzial für einen eigenen Leitfaden. Einen umfassenden Überblick und fundierte Einblicke zum Thema bietet CoSchedule.

Kein Zufall, dass es sich dabei um eines der führenden Tools für Marketing-Kalender handelt. Und auch andere Anbieter wie Buffer oder Edgar wissen, wann Sie wo potenziell die meisten Nutzer erreichen.

Alles was Sie auf solchen Plattformen noch tun müssen, ist Ihren Redaktionsplan mit Content zu bestücken. Die Tools arbeiten anschließend einfach die Warteschlange Ihrer Post ab.

Einen Schritt weiter geht das Tool FollowerWonk von MOZ. Hiermit können Sie analysieren, zu welchen Zeiten das Netzwerk Ihrer Twitter-Follower aktiv ist.

Gibt es einen idealen Wochentag oder die perfekte Uhrzeit für einen Post? Vermutlich schon. Eine allgemeingültige Social-Media-Schablone suchen Sie jedoch vergeblich. Hier einmal Tipps und Tricks für diverse Plattformen:

Facebook

Der vielleicht beste Tag für Facebook ist Freitag. Während um die Mittagszeit die Zahl der Shares am höchsten ist, sind es nachmittags zur üblichen Feierabendzeit mehr Klicks.

Bei der Analyse für die eigene Seite ist Facebook Analytics hilfreich.

Twitter

Auch hier gibt Arbeitsroutine den Takt vor. Mittagspausen und die Zeit nach Feierabend sind typische Twitter-Momente. Wenn es überhaupt einen idealen Wochentag geben sollte, dann vielleicht der Mittwoch.

Weitere Details für Ihren Account bietet Twitter Analytics oder Tools wie FollowerWonk.

Google+

Aktivität und Interaktion sind im Netzwerk des Suchmaschinengiganten vergleichsweise niedrig. Der Mittwoch ist potenziell ein guter Tag für einen Beitrag, wobei sich speziell die Vormittage aufdrängen.

Instagram

In den Morgenstunden ist die Interaktion in der Regel am höchsten. Abgesehen von den üblichen „Stoßzeiten“ haben Post außerhalb der gängigen Arbeitszeit mehr Potenzial.

LinkedIn

Auch wenn Artikel auf dem professionellen Netzwerk in der Regel wie die Morgenzeitung gelesen werden, veröffentlicht werden sollte nach Feierabend. Empfohlener Zeitpunkt ist die dabei Wochenmitte, also Dienstag bis Donnerstag.

Pinterest

Dem „Ideen-Katalog“ gehört das Wochenende, insbesondere der Samstag-Vormittag. Allerdings sollten Sie unbedingt einen Call-To-Action einbauen! Andernfalls ist die Interaktionsrate vorsichtig formuliert „überschaubar“.

Fördern Sie Interaktion. Finden Sie die passende Sprache und den passenden Moment im Hinblick auf Ihre Zielgruppe und Ihre Follower.

Zusätzliche Tipps und Tricks

So weit, so gut. Die Eckpfeiler Ihres Redaktionsplans stehen. Doch wie geht es weiter? Denken Sie daran: Jede Software ist nur ein Werkzeug. Die Effektivität hängt von Ihnen ab!

Hier einmal weitere Hinweise für die Automation Ihres Social-Media-Workflows:

Inhalt

Wissen Sie, was gute Automation ausmacht? Sie wird vom Betrachter nicht als solche wahrgenommen. Wie Ihnen das gelingt? Personalisierung!

Grundsätzlich gilt: Automatisieren Sie Arbeitsschritte, nicht die Ansprache. Was ich sagen möchte: Eine persönliche Note kann den Unterschied ausmachen.

Ihre neuen Blogartikel sollen automatisch auf Social Media gepostet werden? Machen Sie es richtig! Teilen Sie nicht nur den Link. Schon ein paar einleitende oder persönliche Worte können animieren. Und genau das wollen Sie!

Überschrift und Kurzbeschreibung Ihres Contents geben die Richtung vor. Sorgen Sie dafür, dass es die richtige ist.

Und noch etwas: Optimieren Sie die Textlänge – für jedes einzelne Netzwerk!

Während bei Twitter 140 Zeichen das Maximum sind, liegt die Obergrenze auf LinkedIn bei 600. Auf Facebook sind es gar 63.206 Zeichen, auch wenn das Optimum eher im zwei- bis dreistelligen Bereich liegt.

Gestaltung

Zusätzlich zu den Textelementen kommt Bildern eine entscheidende Rolle zu. Deren Einfluss ist erheblich: 2,3 Prozent mehr Interaktion auf Facebook und 150 Prozent mehr Retweets – so die Zahlen für Posts mit Bildmaterial.

Und auch über die Formatierung können Sie ein paar Prozentpunkte herauskitzeln. Zeilenumbrüche sind so ein Beispiel. Oder auch Sonderzeichen wie Pfeile, Gliederungspunkte oder andere Symbole.

Auf CopyPasteCharacter.com können Sie Symbole und Sonderzeichen ganz einfach kopieren und in Ihre Posts einfügen.

Aber denken Sie daran: Optimieren heißt dosieren. Die Balance ist entscheidend.

Hashtags

Sogenannte Hashtags haben sich inzwischen auf nahezu jeder Social-Media-Plattform durchgesetzt. In Verbindung mit dem Rautezeichen lassen sich so im Handumdrehen Schlüsselbegriffe und Themenfilter für den eigenen Beitrag definieren.

Im Idealfall bauen Sie Hashtags elegant in Ihren Text ein. Oder aber Sie hängen ausgewählte Schlagwörter am Ende an. Relevanz ist entscheidend. Und die Betonung liegt auf „ausgewählte“.

Analyse

Auch das gehört zu Ihrer Social-Media-Strategie. Kontrollieren Sie die Performance Ihrer Posts. Analysieren Sie permanent, optimieren Sie konsequent.

Über Link-Management-Tools wie Bitly oder Ow.ly lassen sich nicht nur kürzere und optisch ansprechende Links erstellen. Sie können für jeden einzelnen Link auch entsprechende Statistiken einsehen und auswerten.

Worauf Sie verzichten sollten

Mitunter ist es ein schmaler Grat zwischen Automation und Spam. Insbesondere Twitter-Tools sind mit automatisierten Direktnachrichten, Likes, Retweets oder Follows nahezu berüchtigt. Setzen Sie sich selbst Grenzen.

Hand aufs Herz: Was halten Sie von roboterartigen Reaktionen auf Ihre eigenen Beiträge? Sie wollen echte Interaktion. Und deswegen sollten Ihre Reaktionen authentisch sein und nicht automatisch. Egal auf welcher Plattform.

Ähnlich ist das mit Ihren Abonnenten in den sozialen Netzwerken. Nicht die Anzahl ist entscheidend, sondern die Auswahl. Was Sie wollen, ist Interaktion. Und dafür brauchen Sie aktive Nutzer.

Zwischen Marketing Automation Software und Workflow

Auch dieser Abschnitt könnte gut und gerne einen eigenen Artikel füllen. Ich möchte meine Hinweise bewusst allgemein halten. Und nur für ein spezifisches Beispiel wirklich in die Tiefe gehen: Für die Software unseres Vertrauens.

Worauf Sie bei der Wahl der Software achten sollten

Gibt es die perfekte Marketing-Automation-Software? Vermutlich nicht. Aber Sie werden sehr wahrscheinlich die passende Lösung für Ihre Anforderungen und Ansprüche finden.

In den vorangegangenen Abschnitten habe ich bereits verschiedene Anbieter und Plattformen erwähnt. An dieser Stelle möchte ich eher auf allgemeine Aspekte hinsichtlich der Entscheidungsfindung eingehen.

E-Mail-Automation

Während MailChimp der vielleicht bekannteste Vertreter ist, bringen sich mit GetResponse, MailerLite oder Campain Monitor immer mehr Alternativen in Position. Unsere bevorzugte Plattform stelle ich in einem separaten Abschnitt etwas detaillierter vor.

Grundsätzlich sind drei Entscheidungskriterien von Bedeutung:

  1. Größe der Datenbank (Anzahl der E-Mail-Adressen)
  2. Höhe des Budgets
  3. Erforderlicher Funktionsumfang

Die Skalierbarkeit des Systems ist entscheidend. Ihre Datenbank kann und wird wachsen. Ihre Plattform sollte darauf flexibel reagieren können.

Die Preisstruktur nahezu aller Anbieter berücksichtigt das. Und ermöglicht bei Bedarf den Wechsel zu einem Paket mit höherer Kapazität.

Planen Sie vorausschauend. Unter Umständen ist ein Anbieter nach einem notwendigen Upgrade gar nicht mehr so preiswert.

Interessant wird es im Hinblick auf Funktionen und Funktionalität. Hier hängt viel von Ihnen sowie Ihren Ansprüchen und Anforderungen ab.

Ein Drag-and-Drop-Editor und Designvorlagen sowie Analyse hinsichtlich des Benutzerverhaltens sind heutzutage im Grunde Standard.

Auch Tags für die Datenbank-Sortierung oder sogenanntes Drip-Marketing für den Versand von E-Mail-Sequenzen sind keine Seltenheit.

Etwas spezifischer wird es im Hinblick auf Segmentierung oder sogenannte A/B-Tests zum Performance-Vergleich zweier unterschiedlicher Versionen.

Unterm Strich lässt sich festhalten: Vergleichen Sie mehrere Plattformen. Auch eine Beratung kann zeigen, wie authentisch und zuverlässig ein Anbieter wirklich ist.

Social Media Automation

Auch hier kommt viel darauf an, was Sie tun müssen oder machen wollen.

Von Komplettlösungen in Sachen Social Media Management wie Hootsuite oder Sprout Social bis hin zu Content Management Plattformen wie CoSchedule oder Buffer – die Bandbreite ist enorm.

Neben Budget und benötigtem Funktionsumfang ist hier in erster Linie die Auswahl an unterstützten Netzwerken entscheidend. Auch die Möglichkeiten hinsichtlich Redaktionsplan und Analyse sollten Sie unter die Lupe nehmen.

App-Lösungen

Eine Sonderstellung nehmen Plattformen wie IFTTT oder Zapier ein. Hier können Sie für eine Vielzahl von Apps und Services bedingungsbasierte Workflows aufsetzen.

Bei „IF This Then That“ (zu deutsch „wenn dies dann das“) löst ein bestimmter Trigger jeweils eine bestimmte Aktion aus.

Ein Beispiel?

Sie können Ihre neuen Social Media Posts für ein bestimmtes Netzwerk automatisch in einem Google Spreadsheet speichern. Oder Beiträge zwischen verschiedenen sozialen Netzwerke synchronisieren.

Hier einmal eine Sammlung ausgewählter Applets für Marketer.

Mindestends einen Schritt weiter geht Zapier. Dort lassen sich komplexe Workflows mit einer Vielzahl von Reaktionen erstellen und verwalten.

Active Campaign - die professionelle Komplettlösung

Wir bei Steinheimer Marketing setzen auf Active Campaign. Warum? Das Tool ist für uns die Komplettlösung in Sachen Marketing Automation – für Kampagnen aus einem Guss.

E-Mail-Marketing

Im Hinblick auf Segmentierung lässt die Software keine Wünsche offen. Präzision und Flexibilität sind außergewöhnlich und sogar dynamische Segmente sind definierbar.

Auch der Content lässt sich automatisch individualisieren und personalisieren. Selbst Split Tests können ohne großen Aufwand integriert und analysiert werden.

Marketing Automation

E-Mail-Kampagnen lassen sich mit dem Tool zuverlässig konzipieren und realisieren. Dabei lässt sich nicht nur das Nutzerverhalten inklusive Social Signals präzise auswerten, sondern auch konkrete Zielvorhaben festlegen und nachprüfen.

Anmeldeformulare für Newsletter oder spezielle Angebote lassen sich ebenfalls auf unterschiedlichste Art und Weise integrieren und modifizieren.

CRM & Vertrieb

Active Campaign ermöglicht zudem effektives Customer-Relationship-Management. So lassen sich komplette Vertriebsprozesse relativ einfach automatisieren.

Die Verwaltung von Kontaktlisten über Tags und Filter ist intuitiv und zuverlässig. Über das integrierte Lead Scoring lassen sich diese zudem entsprechend priorisieren.

Marketing Automation steht und fällt mit der Software. Und doch ist es mehr als nur die Summe der einzelnen Features.

Wer wirklich effektiv und effizient automatisieren möchte, braucht eine durchdachte Strategie und konsequente Kommunikation – angefangen beim Content bis hin zum Vertrieb.

Marketing Automation mit Landing Pages und Suchmaschinen

Landing Pages sind für mich das Marketinginstrument schlechthin. Punkt. Sie sind das Herzstück jeder Werbekampagne. Zumindest sollten sie das.

Können Sie auch hier auf Automation zurückgreifen? Unbedingt! Allerdings an den richtigen Stellen.

Design und Content können und wollen Sie nicht wirklich automatisieren. Aber vielleicht deren Performance. Hier kommt das Stichwort:

Split-Testing

Sie wissen nicht, ob eine grüne oder gelbe Schaltfläche mehr Blicke und Klicks auf sich zieht? Sie sind unsicher, welche Idee für Ihre Überschrift wirkungsvoller ist? Testen Sie es!

Über sogenannte A/B-Tests können Sie verschiedenen Besuchern unterschiedliche Versionen einspielen. Und so schauen, welche davon Ihre Botschaft „ansprechenderkommuniziert.

Ab-test automation
wikipedia.org ©

Auch die Wirkung verschiedener Anmeldeformulare oder Benachrichtigungen können Sie vergleichen. Und so herausfinden, ob ein Pop-up, ein Balken oder aber eine Floating Box für eine höhere Conversion Rate sorgt.

Analyse

Erfolgskontrolle ist wichtig und ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Optimierung. Mit Marketing Automation gelingt das noch effektiver.

Das jeweilige Nutzerverhalten lässt sich so bestmöglich kontrollieren und analysieren. Das bedeutet mehr Möglichkeiten zur Segmentierung und somit möglichst zielgruppengerechte und zielgerichtete Kommunikation.

Performance Marketing

Beim Performance Marketing geht es um messbare Reaktionen und Transaktionen. Unterm Strich bedeutet das Interaktion und Conversion. Kundengewinnung und Kundenbindung sind dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Nicht nur E-Mail-Marketing ist Bestandteil dieses Prinzips. Auch Suchmaschinenmarketing (SEM) und Suchmaschinenoptimierung (SEO) spielen hier eine wichtige Rolle.

Display Advertising und Affiliate Marketing nicht zu vergessen.

Was das mit Automatisierung zu tun hat?

Marketing Automation ermöglicht Performance Marketing nahezu in Echtzeit. Stichwort Real Time Advertising.

Ads lassen sich dank Segmentierung und Personalisierung um ein vielfaches effektiver und effizienter einsetzen – Targeting nahe am Optimum.

Im Idealfall kreieren Sie einen echten Lead- und Kundenmagneten. Und bringen Ihre Vertriebsmaschine so richtig zum Laufen.

Fazit

Nicht die Größe Ihrer Marketing-Datenbank ist entscheidend. Ausschlaggebend sind Prägnanz und Relevanz Ihrer Kommunikation. Nur so können Sie aus Besuchern Interessenten machen und diese zu Kunden.

An der Schnittstelle zwischen Marketing und Vertrieb gilt es die richtigen Stellschrauben zu finden. Und so Kampagnen zu kreieren, die wirklich ankommen.

Robin Steinheimer

Robin Steinheimer

Personal Branding & Online Business Stratege bei Konzept Steinheimer GmbH
Mein Name ist Robin Steinheimer, 38, Internetverrückter, begeisterter Wanderer und Koch mit einem Faible für gesunde, leckere Küche.
Robin Steinheimer